23.Mai 1992: Wenn Jörg Sievers an diesen Tag denkt, wird ihm auch 34 Jahre später ein jedes Mal wieder ganz anders. Denn dieser Tag machte ihn zum Helden von Hannover 96: Er entschied mit zwei gehaltenen Elfmetern das Pokalfinale  gegen den haushohen Favoriten Borussia Mönchengladbach.

Gruppenfoto mit Jörg Sievers: Hans-Jürgen Klenner, Manni Kühne und Frank Lorenz

Jetzt kam der inzwischen 61jährige zum 203.Frühstückstreffen des Freundeskreises von Preussen Hameln 07. Sein Vortrag  begeisterte die große Runde im Vereinsheim der Kolonie am See und auch seine vielen Gespräche mit den Teilnehmern des Treffs. Denn er gab sich ebenso hautnah wie offen für alle Fragen.Lang, lang ist es her, seit Jörg Sievers den DFB-Pokal in den Himmel des Berliner Olympiastadions reckte. Doch viele Momente und Szenen sieht er noch heute vor Augen, als wäre es gestern gewesen. „Wir sind als Zweitligist nach Berlin gefahren und wussten, dass wir eigentlich gegen die Borussia keine Chance hatten,“ erzählt er. „Doch wir alle freuten uns riesig auf dieses Finale und auf die Atmosphäre“. Auch daran, dass die Roten nach Berlin fahren durften, war Jörg Sievers nicht ganz unschuldig: Bereits im Halbfinale gegen Werder Bremen (5:4) hatte er einen Elfmeter gehalten und den entscheidenden selbst verwandelt.Ob er

Ein Dankeschön-Geschenk erhielt Jörg Sievers von Frank Lorenz

sich besonders auf die Elfmeter vorbereitet habe, will der Freundeskreis wissen: Nein, da habe er sich spontan für die linke oder rechte Ecke entschieden, und so was wie einen Spiekzettel habe er nie gehabt.Mit dem Coup von Berlin löste 96 das Ticket für den Europacup der Pokalsieger. Ausgerechnet Pokalverteidiger Werder Bremen wurde im Cup als erster Gegner ausgelost. Sievers: „Da war unser internationaler Ausflug schnell beendet. Wir konnten als krasser Aussenseiter nicht wieder ein Wunder schaffen“.Keine Frage: Das Jahr 1992 prägte dennoch Jörg Sievers, seine Karriere und seine Liebe zu 96. Über den SV Eddelstorf, den Lüneburger SK und den VfL Wolfsburg kam er 1989 zu den Roten. Bis 203 bestritt er für sie in der Regionalliga Nord, der 2. und 1. Bundesliga 384 Ligaspiele. Auch nach seinem Abschied als Nr.1 blieb er Hannover 96 treu und ergänzte als Torwarttrainer bis 2020 das Coachingteam und trainierte  unter anderen die beiden Nationaltorhüter Robert Enke und Ron-Robert Zieler, Dabei lernte er auf grausame Weise die Schattenseiten des Lebens kennen: „Der Tod von Robert Enke“, erinnert er sich, „hat uns alle total umgehauen. Ich habe geglaubt, meinen Freund Robert gut zu kennen, und musste erkennen, dass das ein Trugschluss war.“ Auch sportlich war nicht alles Jubel, Trubel, Heiterkeit. So als 96 ausgerechnet zum 100. Vereinsgeburtstag in die Regionalliga abstieg. Aber auch als Trainer erlebte Sievers Tiefschläge, als er  96 verließ und als Co von Daniel Stendel erst zum schottischen Erstligisten Heart of Midlothian ging („trotz Abstieg eine tolle Zeit“) und danach zum französischen Zweitligisten AS Nancy wechselte („Alles zum Vergessen“). und beide Gastspiele ohne sportlichen Erfolg endeten …

Auch Kloppi war ein Thema
Selbstverständlich gehörten auch bei diesem von 52 Fußballfreunden (ältester Teilnehmer: W.Knörzer) besuchten Frühstückstreffen die üblichen „Regularien“ dazu. Wie die Betrachtung des Fussballgeschehens, und dabei widmete sich Frank Lorenz den jüngsten Auftritten der Nationalmannschaft mit ihrem neuen „Chef“ Jürgen Klopp. „Die Vorgehensweise (großer Kader für die 4 Länderspiele ) war gut und richtig. Die „jungen Wilden“ spielten mit viel Tempo und mutig nach vorn Ich bin zuversichtlich, dass „Kloppo“ in Zukunft die Elf wieder auf Vordermann und zu guten und erfolgreichen Leistungen bringen wird.“  hek